Neujahrsempfang der KKV-Bundesverbands

Schavan: In der Politik fehlt oft Gemeinsinn
Ex-Ministerin spricht bei Neujahrsempfang der KKV

Koblenz. Handeln in Politik, Unternehmen und Gesellschaft muss immer ein ethisches Fundament haben. Dies war der Leitgedanke in einem brillanten Vortrag zum Thema „Werte, Wandel, Wachstum“ der ehemaligen Bundesbildungsministerin und Vatikan-Botschafterin Annette Schavan. Die CDU-Politikerin sprach beim Neujahrsempfang des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) im Historischen Rathaussaal.

Als einen wichtigen Wert hob Schavan den Gemeinsinn hervor: „Konkurrenz belebt den Wettbewerb. Wettbewerb befördert Qualität. Aber diese beiden Sätze sind nicht alles.“ Wenn man alles mit der Kraft von Wettbewerb und Konkurrenz regeln wolle, würde eine Gesellschaft auseinanderbrechen. Dann wären wir nur kalte Technokraten: „Gemeinsinn gehört zu unserer Lebensqualität. Er ist eine Quelle des sozialen und kulturellen Wohlstands.“ Gemeinsinn sei auch in der internationalen Politik gefordert. Es ginge nicht, dass Abmachungen und Verträge mit einem Tweet aufgekündigt werden und an die Stelle von geduldigem Verhandeln zum Wohl aller Beteiligten Deals für das eigene Wohl gesetzt würden. Ein hoher Wert in der Politik müsse die Fähigkeit zum mit viel Geduld erzielten Kompromiss bleiben, bei dem jeder Beteiligte sich wiederfinden muss.

Oberbürgermeister David Langner nannte die Vertreter des KKV willkommene Gäste im Rathaussaal. Er hob hervor: „Wir müssen uns selbstkritisch fragen: Was leitet uns eigentlich? Was ist der tiefere Sinn unseres politischen Handelns?“ Der Anspruch an politisches Handeln sollte immer sein, dass dabei der Mensch im Mittelpunkt steht.

Der KKV-Bundesvorsitzende Josef Ridders lobte den KKV Koblenz mit seinem Vorsitzenden Michael Hörter als einen der bundesweit aktivsten. Dazu passt auch, dass der frühere Tabakgroßhändler Rudolf Weber für 65 Jahre Mitgliedschaft und 60 Jahre Vorstandstätigkeit ausgezeichnet wurde.

Von Winfried Scholz für die RZ Koblenz und Region vom Montag, 21. Januar 2019, Seite 21 

“Moselländische Tapas” mit Weinprobe im Winzerhof Wirges

Kulinarischer Genuss war angesagt: 
Andreas Wirges und Moselwinzer Josef Sauerborn führten durch den Abend.

Ein Riesling-Sekt war der „Einsteiger“.

Tapas – wie eingelegter Harzer Roller, Linsengemüse, Pumpernickel-Ecken mit Frischkäse, Forellenmus oder auch ‚Himmel und Erd’ sowie eine Weincreme sorgten für eine genussvolle Veranstaltung.

 

Zu jedem ‚Hauptgericht’ wurde entsprechend ein Wein kredenzt.

Josef Sauerborn hatte zu den ausgesuchten Koblenzer Weinen Wissenswertes und auch manches Anekdötchen zu berichten.

  

Ein gelungener Abend, der in jeder Hinsicht gut ankam.

Text und Fotos: Gaby Laschewsky

Chancen + Risiken der modernen digitalen Arbeitswelt 4.0

Anna-Lena Pabst vom Bischöflichen Cusanus-Gymnasium geehrt

1000 Euro, eine Einladung zum Europaparlament nach Straßburg und die Veröffentlichung ihrer Arbeit durch den Förderkreis für Bildungsarbeit des KKV, des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung: Das ist die Belohnung für die harte Arbeit, die Anna-Lena Pabst vom Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in ihren Beitrag zum bundesweiten Aufsatzwettbewerb 2017/18 des KKV mit dem Thema „Arbeit 4.0 – Chancen und Risiken einer digitalisierten Lebens- und Arbeitswelt” gesteckt hat. Damit überzeugte die Schülerin des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums die aus namhaften Wirtschaftsprofessoren bestehende Jury, die ihr bei einem Festakt in Münster/Westfalen den ersten Preis zuerkannte.

„Ein Roboter mit verträumten Mangakulleraugen assistiert dem Krankenpfleger. Sanft hebt mich der metallene Riese aus dem Bett, sodass es neu bezogen werden kann. Digitale Assistsysteme tracken meine Herzfrequenz, mein Atemvolumen, den Blutdruck und weitere Parameter und ob ich tatsächlich alle Übungen aktiv nachvollziehe, die der süße Animationsroboter mit der drahtigen Teenie-Ausstrahlung vortanzt. Wenn meine Kinder mich besuchen, nutzen sie das Aufato, das autonom fahrende Auto, um während der Fahrt ihre Home-Office-Aufgaben zu erledigen.“

Ein kleines Science-Fiction-Szenarium: Anna-Lena Pabst, die selbst bewusst auf ein Smartphone und digitale Vernetzung verzichtet, ist einer dieser Menschen, die sich fragen, was die Arbeitswelt 4.0 so mit uns macht. Mit der Bibel und der Metaphysik der Sitten als Werkzeug hat sie diese Zukunft auf ihre Tauglichkeit befragt. Ihr Urteil fällt differenziert aus: Maßstab muss immer der Mensch sein.

Aus der RZ Frühausgabe vom Montag, 25. Juni 2018, Seite 11